Der Wunsch, Brustimplantate zu wechseln oder vollständig zu entfernen, kann im Laufe der Zeit aus sehr unterschiedlichen Gründen entstehen. Häufige medizinische Ursachen sind eine Kapselfibrose, eine Implantatruptur oder andere implantatassoziierte Beschwerden. Darüber hinaus spielen ästhetische Veränderungen, ein veränderter Körperwunsch oder gesundheitliche Überlegungen, etwa im Zusammenhang mit dem sogenannten Breast-Implant-Illness-Syndrom, eine Rolle. Nach dem Einsetzen eines Brustimplantats bildet der Körper stets eine bindegewebige Hülle, die sogenannte Implantatkapsel. In den meisten Fällen bleibt diese weich und unauffällig. Bei einigen Patientinnen kann sich die Kapsel jedoch verhärten. Man unterscheidet hierbei vier Schweregrade der Kapselfibrose. In fortgeschrittenen Stadien (Grad III–IV) kann es zu Schmerzen, einer Verformung der Brust sowie zu einer deutlichen Einschränkung des körperlichen Wohlbefindens kommen. Auch altersbedingte Veränderungen der Brust, Materialermüdung oder Beschädigungen des Implantats können einen Implantatwechsel oder eine Implantatentfernung erforderlich machen. In unserer Praxis in München beraten wir Patientinnen individuell, ergebnisoffen und medizinisch fundiert zu allen verfügbaren Behandlungsoptionen.
Was versteht man unter Implantatwechsel oder Implantatentfernung?
Beim Implantatwechsel werden bestehende Brustimplantate entfernt und durch neue Implantate ersetzt. Dies kann medizinisch notwendig sein oder aus ästhetischen Gründen erfolgen, beispielsweise bei dem Wunsch nach einer anderen Implantatgröße, -form oder -lage. Bei der Implantatentfernung werden die Implantate vollständig entfernt. In den meisten Fällen erfolgt dies gemeinsam mit der Entfernung der Implantatkapsel (Kapsulektomie). Ziel kann sein, implantatbedingte Beschwerden zu reduzieren oder zu einer natürlichen Brustform zurückzukehren. Je nach Haut- und Gewebesituation kann der Eingriff mit einer Bruststraffung kombiniert werden, um überschüssige Haut zu entfernen und eine harmonische Brustform zu erzielen. Alternativ ist auch ein zweizeitiges Vorgehen mit späterem Volumenaufbau durch Eigenfetttransfer möglich.
Für wen ist der Eingriff geeignet?
Ein Implantatwechsel oder eine Implantatentfernung kommt insbesondere für Patientinnen infrage, bei denen einer oder mehrere der folgenden Punkte zutreffen:
- Kapselfibrose (insbesondere höhere Grade)
- Implantatruptur oder Materialbeschädigung
- Schmerzen oder Spannungsgefühl in der Brust
- ästhetisch unbefriedigendes Ergebnis
- Wunsch nach Veränderung von Größe oder Form
- Wunsch nach vollständiger Implantatentfernung
- gesundheitliche oder persönliche Gründe
Ob ein Implantatwechsel, eine reine Entfernung oder eine Kombination mit weiteren Eingriffen sinnvoll ist, wird im persönlichen ärztlichen Beratungsgespräch individuell geklärt.
Wie läuft der Eingriff ab?
Dauer und Narkose
Der Eingriff dauert, abhängig vom Umfang, etwa ein bis drei Stunden und wird unter Vollnarkose durchgeführt. Je nach Operationskonzept kann die Behandlung ambulant oder mit kurzem stationärem Aufenthalt erfolgen.
Operationstechnik
Das operative Vorgehen wird individuell geplant. Mögliche Varianten sind:
- Austausch bestehender Implantate
- vollständige Implantatentfernung mit Kapsulektomie
- Implantatentfernung kombiniert mit Bruststraffung
- zweizeitiges Vorgehen mit späterem Eigenfettaufbau
In der Regel werden bestehende Narben, beispielsweise in der Unterbrustfalte, als Zugangsweg genutzt, um zusätzliche Narben zu vermeiden. Ist eine Bruststraffung erforderlich, können neue Narben notwendig werden. Je nach Ausdehnung des Eingriffs können Drainagen eingelegt werden.
Schnittführung
Meist wird der bereits vorhandene Schnitt genutzt. Ziel ist es, zusätzliche Narben möglichst zu vermeiden. Die genaue Schnittführung richtet sich nach dem geplanten Vorgehen, der Kapselsituation und der individuellen Hautbeschaffenheit.
Was ist nach der Operation zu beachten?
Nachsorge und Heilungsverlauf
Die Nachsorge orientiert sich am Umfang des Eingriffs und ähnelt der Nachbehandlung nach einer Brustvergrößerung oder Bruststraffung. In der Regel ist das Tragen eines speziellen Stütz-BHs für etwa sechs Wochen erforderlich. Drainagen werden, sofern eingelegt, nach wenigen Tagen entfernt. Die Fäden verbleiben meist etwa 14 Tage. In den ersten Wochen sollte auf Sport, schweres Heben und intensive körperliche Belastung verzichtet werden. Regelmäßige Nachsorgetermine ermöglichen eine sichere Kontrolle des Heilungsverlaufs.
Narbenentwicklung
Die Narbensituation ist abhängig vom individuellen Operationskonzept. In den meisten Fällen verblassen die Narben im Verlauf und werden weniger auffällig. Eine konsequente Narbenpflege kann das spätere Erscheinungsbild positiv beeinflussen.
Risiken und mögliche Komplikationen
Die Risiken eines Implantatwechsels oder einer Implantatentfernung ähneln denen anderer Brustoperationen. Dazu zählen unter anderem:
- Wundheilungsstörungen
- Infektionen oder Nachblutungen
- Sensibilitätsveränderungen
- Asymmetrien
- Narbenveränderungen
Das individuelle Risikoprofil hängt vom Ausgangsbefund, der Kapselsituation und dem geplanten Operationsumfang ab. Darüber wird im persönlichen ärztlichen Aufklärungsgespräch ausführlich informiert.
Zusammenfassung
Der Implantatwechsel oder die Implantatentfernung ist ein individuell zu planender plastisch-chirurgischer Eingriff, der aus medizinischen, ästhetischen oder persönlichen Gründen durchgeführt werden kann. Ziel ist es, Beschwerden zu lindern, Komplikationen zu behandeln und eine zur Patientin passende Brustform zu erreichen, mit oder ohne Implantate. Eine sorgfältige Beratung, realistische Erwartungen und eine strukturierte Nachsorge sind entscheidend für ein langfristig zufriedenstellendes Ergebnis. In unserer spezialisierten Praxis in München kann der Eingriff sicher und individuell umgesetzt werden.