Tränensäcke, vorgewölbtes Fettgewebe oder erschlaffte Haut im Bereich der Unterlider können das Gesicht müde, abgespannt oder älter wirken lassen. Diese Veränderungen entstehen häufig durch den natürlichen Alterungsprozess, genetische Veranlagung oder strukturelle Veränderungen des Unterhautgewebes. Mit zunehmendem Alter nimmt die Hautelastizität ab, während sich Fettpolster verlagern oder nach vorne vorwölben können. Konservative Maßnahmen wie Cremes oder kosmetische Behandlungen stoßen bei ausgeprägten Befunden meist an ihre Grenzen. Eine Unterlidstraffung (Unterlid-Blepharoplastik) kann in solchen Fällen dazu beitragen, den Bereich unter den Augen zu glätten, Tränensäcke zu reduzieren und ein insgesamt erholteres, frischeres Erscheinungsbild zu erzielen. In unserer Praxis in München wird die Unterlidstraffung häufig als eigenständiger Eingriff oder in Kombination mit einer Oberlidstraffung durchgeführt.
Was ist eine Unterlidstraffung?
Die Unterlidstraffung ist ein plastisch-chirurgischer Eingriff zur Korrektur von Haut- und Fettveränderungen im Bereich der unteren Augenlider. Ziel der Operation ist es, überschüssige Haut zu entfernen, Fettvorwölbungen zu reduzieren oder umzuverteilen und die natürliche Kontur des Unterlids wiederherzustellen. Je nach individuellem Befund kann die Unterlidstraffung unterschiedliche Schwerpunkte haben:
- Entfernung überschüssiger, erschlaffter Haut
- Reduktion oder Umverteilung von Fettpolstern (Tränensäcke)
- Kombination beider Maßnahmen
Die Wahl der Technik erfolgt stets individuell und orientiert sich an Hautqualität, Fettverteilung, Lidspannung und der anatomischen Ausgangssituation.
Für wen ist der Eingriff geeignet?
Eine Unterlidstraffung kommt insbesondere für Patientinnen und Patienten infrage, bei denen sichtbare Veränderungen im Bereich der Unterlider bestehen. Typische Indikationen sind:
- ausgeprägte Tränensäcke (Fettvorwölbungen)
- überschüssige, faltige oder erschlaffte Haut am Unterlid
- müder oder abgespannter Gesichtsausdruck
- genetisch bedingte Veränderungen der Unterlidregion
Voraussetzungen sind ein guter allgemeiner Gesundheitszustand sowie realistische Erwartungen an das Ergebnis. Ob eine isolierte Unterlidstraffung sinnvoll ist oder eine Kombination mit weiteren Eingriffen – etwa einer Oberlidstraffung – empfehlenswert erscheint, wird im persönlichen ärztlichen Beratungsgespräch individuell geklärt.
Wie läuft der Eingriff ab?
Dauer und Narkose
Die Unterlidstraffung dauert in der Regel etwa 90 bis 120 Minuten. Der Eingriff erfolgt meist im Dämmerschlaf oder in Vollnarkose. Abhängig vom individuellen Befund und Operationsumfang kann die Behandlung ambulant oder mit kurzem stationärem Aufenthalt durchgeführt werden.
Operationstechnik
Das operative Vorgehen richtet sich nach der individuellen Ausgangssituation:
- Bei überschüssiger Haut wird diese vorsichtig entfernt und das Unterlid neu konturiert.
- Bei Fettvorwölbungen können die Fettpolster reduziert oder umverteilt werden, um einen gleichmäßigen Übergang zwischen Unterlid und Wange zu erzielen.
Der Zugang kann entweder transkutan (über einen äußeren Hautschnitt) oder transkonjunktival (über die Innenseite des Lids) erfolgen. Die transkonjunktivale Technik wird bevorzugt eingesetzt, wenn keine Hautentfernung erforderlich ist.
Schnittführung
Bei der transkutanen Technik wird der Schnitt sehr unauffällig direkt unterhalb des Wimpernkranzes platziert. Nach abgeschlossener Heilung ist die Narbe in der Regel kaum sichtbar.
Bei der transkonjunktivalen Technik erfolgt der Zugang ausschließlich über die Innenseite des Lids, sodass keine äußere Narbe entsteht.
Was ist nach der Operation zu beachten?
Nachsorge und Heilungsverlauf
In den ersten Tagen nach der Unterlidstraffung sind konsequentes Kühlen sowie eine leichte Oberkörperhochlagerung empfehlenswert, um Schwellungen und Blutergüsse zu reduzieren. Schwellungen und Hämatome sind nach dem Eingriff normal und können für ein bis zwei Wochen sichtbar bleiben. Leichte Alltagsaktivitäten sind meist nach etwa einer Woche wieder möglich. Auf Sport, Sauna und stärkere körperliche Belastung sollte zunächst verzichtet werden.
Narbenentwicklung
Bei äußerer Schnittführung ist die Narbe nach wenigen Wochen in der Regel sehr unauffällig. Die Narbenreifung dauert mehrere Monate, in denen die Narbe kontinuierlich verblasst.
Risiken und mögliche Komplikationen
Die Unterlidstraffung gilt bei fachgerechter Durchführung als risikoarm. Dennoch bestehen – wie bei jedem operativen Eingriff – mögliche Risiken, darunter:
- vorübergehende Schwellungen und Blutergüsse
- Asymmetrien
- Wundheilungsstörungen oder Infektionen
- selten ein vorübergehend abstehendes Unterlid (Ektropium)
- mögliche Trockenheit oder Reizung der Augen
Über alle individuellen Risiken, deren Eintrittswahrscheinlichkeit sowie mögliche Maßnahmen wird im persönlichen ärztlichen Aufklärungsgespräch ausführlich informiert.
Zusammenfassung
Die Unterlidstraffung ist ein bewährter plastisch-chirurgischer Eingriff zur Behandlung von Tränensäcken und erschlaffter Haut im Bereich der Unterlider. Sie kann zu einem wachen, erholteren Erscheinungsbild beitragen und das Gesicht insgesamt harmonischer wirken lassen. Eine sorgfältige Befundanalyse, die individuell angepasste Operationstechnik und eine strukturierte Nachsorge sind entscheidend für ein zufriedenstellendes Ergebnis. In unserer spezialisierten Praxis in München kann die Unterlidstraffung sicher und individuell durchgeführt werden.